Von 3000 Metern und 42 Tagen

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Es ist heiß, ich schwitze und es geht kein Lüftchen. Ich bin mitten im Pfälzer Wald auf einer großen Wiese. Aus der Karte entnehme ich, dass 3000m vor mir liegen. Windungen, Ecken, Wasserläufe, Senken und eine Bundesstraße, an der ich ein gutes Stück entlang muss.

Den Startschuss gebe ich mir selbst und beginne mit der Arbeit. Die nächsten Stunden werde ich den Wildzaun abgehen und jedes Loch flicken, jeden umgedrückten Pfosten richten, neue Zaunfelder aufstellen und Spanndraht einziehen, wo nötig.

Ich komme gut voran, ein Rhythmus stellt sich ein und ab und zu bin ich im Gespräch mit meinem himmlischen Vater. Da springt mir beim Einschlagen einer Metallschlaufe zur Befestigung des Zaunes im Holzpfosten eben diese auf die andere Seite ins Gebüsch. Ich greife intuitiv in meine Holstertasche und nehme die Nächste und schlage sie dieses Mal etwas vorsichtiger ein. Der Zaun hält und ich gehe weiter. Meine Gedanken bleiben aber bei der im Gebüsch liegenden Metallschlaufe: „Wie schade, du bist nicht in deine Bestimmung gekommen!“ Das Metall wurde hergestellt, abgeschnitten, zurechtgebogen, beidseitig angespitzt, verpackt, hierher transportiert für diesen einen Zweck, meinen Zaun am Pfosten zu halten – und jetzt?! Klar – ist nur etwas Metall, ich habe noch ein paar in der Tasche und bestimmt noch ein halbes Kilo im Auto...

Zuhause im Garten gibt es beim Vorbeilaufen an den Meisenkästen jedes Mal freudiges Gepiepse, die kleinen Vögelchen warten auf das Ausfliegen – und wir auch, denn wir sind gerne bei diesem Geschehen dabei. Und dann wagen sie es, doch über Nacht ist es plötzlich kalt geworden und starker Regen hat eingesetzt. Am nächsten Morgen liegen zwei tot auf der Wiese. Die Elternmeisen haben in dem Kasten ein Nest hergerichtet, haben bebrütet und gewärmt, sind tagelang von früh bis spät geflogen und haben die Kinder mit Futter versorgt und schließlich unermüdlich nach draußen gelockt – und die ersten Zwei haben keine 24 Stunden überlebt. Wieder denke ich: Wie schade, die Kleinen sind nicht in ihre Bestimmung gekommen, frei wie ein Vogel zu fliegen und zu singen und ich bin deutlich trauriger als bei der Metallschlaufe.

Wochen später sitze ich in der FeG und höre Sophias Erzählungen über ihren Missionseinsatz. Vom Schiff, das Menschen einlädt, Jesus zu entdecken, von den Outreaches, um Menschen zu erzählen, dass Gott sie liebt.

„Treu ist Gott, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn." (1. Kor 1,9) Der Mensch ist geschaffen mit dem einen Ziel: Gemeinschaft mit Gott zu leben. Das ist seine Bestimmung.

Weder die Metallschlaufe noch die Meisenküken habe ich erschaffen und war doch traurig über den Verlust. Wie tief erst bewegt das Gott, den Schöpfer von allem, wenn ein Mensch nicht in diese Beziehung mit ihm kommt! Ich kann das nur erahnen, wie sehr Gott das schmerzt - schließlich kam sein eigener Sohn Jesus Christus, um uns der Weg zu sein, damit jeder, der ihm glaubt, in diese Beziehung mit Gott kommt und Abba -Vater zu ihm sagen darf.

Mich hat’s berührt und ich bin ermutigt, mein Herz ganz weit aufzumachen um alles zu empfangen, was Gott für das „42 Tage“ Gemeindeprojekt vorbereitet hat.

Das Evangelium von Jesus Christus ist und bleibt die beste Botschaft – und die Welt darf sie hören!

Andreas H

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